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2026

Wettbewerb
Wohnungsbau
Städtebau
Kirche

3. Preis - Entwicklung Evangelisches Gemeindezentrum Plieningen-Birkach in Stuttgart

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Erläuterung zum Entwurf

Ausgangspunkt des Entwurfs ist die Aktualisierung der Liegenschaft der evangelischen Kirchengemeinde Plieningen-Birkach unter den Prämissen der Nutzungsreduktion, des verantwortungsvollen Umgangs mit der bestehenden Bausubstanz sowie der Stärkung der räumlichen Flexibilität des Gemeindesaals. Der architektonisch hochwertige Gebäudebestand wird als identitätsstiftende Ressource verstanden, deren Qualitäten weiterentwickelt und nicht überformt werden.

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Entwurfsidee – Inside / Outside

Zentrale Entwurfsidee ist die Neuinterpretation von Innen- und Außenraum. Der ehemalige Außenraum, der Hof, wird zum Innenraum. Der ehemalige Gemeindesaal wird zur thermischen Pufferzone. Die Sichtbeziehungen werden gestärkt und der Gemeindesaal als vermittelnder Raum zwischen Innenhof, öffentlichem Raum neu positioniert. Die Sichtbarkeit des Gemeindehauses im Ort wird erhöht, ohne die Zurückhaltung und Würde des Ensembles aufzugeben.

Nutzungskonzept und Flexibilität

Der Gemeindesaal wird so organisiert, dass im alltäglichen Betrieb drei unabhängig und gleichzeitig nutzbare Räume mit jeweils eigener Erschließung zur Verfügung stehen. Durch einfache und robuste Teilungsprinzipien kann der Saal bei Bedarf als zusammenhängende Raumeinheit genutzt werden. Die Lösung folgt dem Prinzip des Notwendigen: funktional klar, räumlich großzügig und bewusst ohne technische Überfrachtung.

Reparatur statt Restaurierung

Der Entwurf folgt der Ethik des Unterlassens. Ziel ist nicht die Perfektionierung des Bestands, sondern seine langfristige Sicherung und energetische Optimierung auf Grundlage einer sorgfältigen Analyse von Stärken und Schwächen. Eingriffe erfolgen gezielt, lesbar und respektvoll gegenüber der Biografie des Gebäudes. Reparatur, Pflege und Weiterentwicklung werden einer umfassenden Restaurierung bewusst vorgezogen.

Die thermische Optimierung der Bestandshülle erfolgt zurückhaltend und substanzschonend. Vorgesehen ist eine Innendämmung der Außenwände sowie die Dämmung des Daches, um den energetischen Standard nachhaltig zu verbessern, ohne das äußere Erscheinungsbild zu verändern. Die inneren Ziegelschalen werden hierfür sorgfältig rückgebaut, nach Einbau der Dämmung wieder angebracht und in ihrer ursprünglichen Materialität erhalten.

Ergänzend wird das Gebäude in drei thermische Zonen unterteilt, um den Energieeinsatz präzise an Nutzung und Aufenthaltsdauer anzupassen. Das Foyer – der ehemalige Gemeindesaal – bleibt als unbeheizter Bereich weitgehend ungedämmt und wird bewusst kühl geführt. Das obere Foyer fungiert als temperierte Übergangszone und wird lediglich semi-beheizt. Die eigentlichen Gemeindesäle hingegen werden thermisch ertüchtigt und voll beheizt, um einen zeitgemäßen Nutzungskomfort zu gewährleisten.

Umgang mit Ressourcen und Materialkreisläufen

Der Entwurf verfolgt einen konsequent ressourcenschonenden Ansatz, bei dem vorhandene Materialien als wertvolle Rohstoffe verstanden und gezielt weiterverwendet werden. Die beim Rückbau anfallenden Ziegelsteine werden aufbereitet und als Zuschlag im neuen Terrazzo-Fußboden wiederverwendet. Auf diese Weise bleiben Materialität und Geschichte des Bestands auch in neuen Bauteilen lesbar.

Zur Verbesserung der Schwingungs- und Trittschalldämpfung werden vorhandene Waschbetonplatten als Beschwerung in der Holzbalkendecke des Wohnungsbaus erneut eingesetzt. Durch diese Form der Wiederverwendung werden zusätzliche Materialien vermieden, graue Energie reduziert und der energetische sowie materielle „Rucksack“ des Gebäudes weiter erleichtert.

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1.Preis für SESA Architkten

Auftrag: SESA - SCHILLING ESCHER STEINHILBER ARCHITEKTEN PARTGMBB

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Info

Kunde

SESA Architekten

Jahr

2026

Ort

Stuttgart

weitere
Bildung
Wettbewerb

weitere

2. Preis - Erweiterung einer Grundschule mit Mensa & Freianlagen

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